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Brauchen Kinder Förderung? (30.08.2018 06:35:33)

Brauchen Kinder Förderung? 

 

Gestern sprach ich mit meiner Freundin darüber, ob und wie man seine Kinder fördern sollte, und was wir Eltern dafür tun können, sollen, müssen. Nun, „müssen“ muss man gar nichts. „Sollen“ sollte man vielleicht schon. Und „können“ - also, da sollten die Eltern schon etwas leisten müssen. ;) Klar, es ist nicht einfach als Mutter, neben den ganzen Alltagsverpflichtungen - und wenn man dazu noch einen Job hat, seine Kinder irgendwie noch zusätzlich zu fördern. Ich komme mir manchmal auch wie ein Chauffeur vor, weil ich manchmal den ganzen Tag von einer Station zur anderen kutschiere. 

Mir war das von der Geburt meiner Kinder an wichtig, dass sie in vielen Bereichen gefördert werden können. Dass sie sich ausprobieren und dadurch selbst finden können. Ob Musik, Sport, Kunst oder Theater: Es gibt nichts, was wir nicht ausprobiert haben. 

Es gibt Eltern, die finden das übertrieben. Sie finden, dass Schule schon genug der Anstrengung ist. Musikalische, sportliche und künstlerische Förderung zähle ich jedoch nicht zur Anstrengung. Sicherlich muss man da auch was leisten. Wenn man Musikschule besucht, sollte man auch unter der Woche etwas üben sollen. Und natürlich hat das liebe Kind nicht immer Lust dazu. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung wie wichtig es ist, dass Kinder die Möglichkeit bekommen, sich in unterschiedlichen Bereichen auszuprobieren. 

Und es muss nicht immer etwas kreatives sein: Mathematikclub, Schachspielen oder Physik-AG sind für manche Kinder sicher spannender als ein Theaterkurs. Wichtig ist, die Stärken des eigenen Kindes zu kennen und diese zu fördern. Wir haben auch bereits Sachen ausprobiert, von denen meine Kinder im Vorfeld so sehr geschwärmt haben, und als sie es ausprobiert haben, hatte es sich herausgestellt, dass es doch nichts für sie ist. Dann ist es eben so. 

Eine Bekannte von mir sagte einst: „Das ist alles Schwachsinn! Man sollte seine Kinder nicht unnötig quälen. Wenn sie groß sind, werden sie schon selbst entscheiden, was sie machen wollen und welche Interessen sie haben.“ Einerseits hat sie recht. Man sollte sein Kind zu nichts zwingen. Dieselbe Bekannte hatte sich letztens bei mir beschwert, dass ihre dreizehnjährige Tochter nur mit dem Handy in der Hand auf der Couch liegt. Aber, was soll sie schon dagegen machen? Oder sagen? Die Tochter hat es nicht anders beigebracht bekommen. Sie hat entschieden. 

Bei der Wahl von Freizeitaktivitäten sollten Eltern auf die Wünsche der Kinder Rücksicht nehmen und nicht versuchen ihre eigenen Träume zu verwirklichen. Ich kenne leider auch Mütter, die sowas von überzeugt sind, dass ihre Töchter unbedingt Ballett tanzen oder ihre Söhne Fußball spielen wollen - obwohl das überhaupt nicht der Fall ist. 

Ich finde es wichtig, einem Kind die Welt der Musik, der Kunst, der Literatur und des Theaters zu zeigen. Damit verfolge ich nicht das Ziel, dass einer von ihnen ein berühmter Musiker oder ein bekannter Künstler wird. Nein, aber diese Bereiche regen die Kreativität und die Fantasie an. In unserer Familie waren diese Bereiche immer der Schwerpunkt gewesen. Es gibt Familien, die super sportlich sind. Andere Familien lieben Naturwissenschaften. Aber es gibt auch Kinder, die aus der Reihe tanzen und plötzlich total neue und verrückte Sachen ausprobieren wollen! Warum nicht? 

Bei der Förderung geht es auch darum, das Kind sinnvoll zu beschäftigen. Mir ist es lieber, dass meine Kinder den Nachmittag beim Theaterspielen oder Musikstunde verbringen, anstatt, dass sie faul auf der Couch herumliegen oder Spielkonsole zocken. Mir ist wichtig, dass sie lernen Verantwortung zu übernehmen. Dass sie lernen gewissen Verpflichtungen nachzugehen. Es gibt so viele Pluspunkte, die eine zusätzliche Förderung von Kindern außerhalb bzw. zusätzlich zur Schule und Kindergarten, bringt. 

Und dadurch können Kinder ganz neue Erfahrungen sammeln, neue Welten für sich entdecken, neue Freundschaften schließen und wenn sie dann wirklich irgendwann erwachsen sind, dann können sie gerne entscheiden, ob sie was machen wollen oder nicht. Wichtig ist, den Kindern zu zeigen, dass sie so viel Auswahl haben, ihnen so viele Wege wie möglich eröffnen. So wie sie es von uns lernen, so werden sie es dann unseren Enkeln weiter geben. Und so wird die Kette immer weiter fortgeführt. :)

 

 

Paulina in ihrem Atelier. Foto: www.fotoks.de


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