UKRAINE
24.02.2022
Ich habe mich nie dazu geäußert. Weil es einfach zu sehr weh tat. Russland und Ukraine. Eine ewig klaffende, pochende Wunde in meinem Herzen. 
Ich habe mich immer zurückgehalten und gehofft, dass dieser Albtraum irgendwann doch ein Ende hat. Das, was passiert, darf nicht sein. Ich durfte nicht zu sehr darüber nachdenken. Sonst wäre ich verrückt geworden. 
Nein, wir nicht. Denn wir können uns doch gar nicht hassen. Wir dürfen uns nicht hassen. Wir nicht. 
Doch heute hat dieser Albtraum ganz neue Ausmaße genommen. 
Russland hat Ukraine angegriffen. 
Ja, angegriffen. Hört mir auf mit "notwendigen militärischen Maßnahmen", "Unterstützungsoperationen" und sonstigem Bullshit. Das war ein gezielter, wochenlang im Voraus - wenn nicht Monate, gar Jahre geplanter Angriff. Nichts anderes. Krieg. Krieg. Krieg. Mir läuft es eiskalt den Rücker herunter. Wir haben wieder Krieg? Haben wir denn nichts aus der Geschichte gelernt? Ausgerechnet Russland! Das Land, das im 20. Jahrhundert so schmerzhaft zu spüren bekommen hat, was KRIEG bedeutet. Wie können manche Menschen diesen Krieg gutheißen, befürworten, rechtfertigen? 
Wer will den Krieg? Will eine Mutter den Krieg? Will ein Kind den Krieg? Will ein junger Mann, dem eine Waffe in die Hand gedrückt wird, den Krieg? Wollen alte Leute den Krieg, die schon genug in ihrem Leben gesehen haben? 
Wer will diesen Krieg? Ich nicht. Du nicht. Niemand will ihn. Warum findet er dennoch statt? Mitten in Europa! Haben wir alle versagt? Haben wir!
Und nun zerfleischen sich alle wieder gegenseitig. Die einen auf sozialen Medien. Die anderen mit Waffen. Russen gegen Ukrainer. Ukrainer gegen Russen. Und die anderen mischen mit. Hass erzeugt noch mehr Hass. Ein niemals endender Teufelskreis. 
Zu schnell haben wir vergessen, was Krieg bedeutet. Zu schnell. 
Mein Herz schlägt ukrainisch. Es blutet ukrainisch. Ich könnte schreien vor Machtlosigkeit, vor Ohnmacht. Dieser wahnsinnige Krieg muss aufhören! Ukraine, ich bin mit dir!




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6. März 2022

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitmenschen aus Eppingen und Umgebung, gern dürfen Sie diesen Post weiterleiten und verbreiten. 
Mein Name ist Katharina Martin-Virolainen, ich bin freie Journalistin und Projektleiterin, lebe in Eppingen-Richen und habe in den letzten Jahren die Ukraine mehrmals bereist. Ich habe Freunde dort, die mir sehr viel bedeuten und die dringend Unterstützung benötigen. 
Kleine Vorgeschichte: Meine Vorfahren stammen aus Wolhynien in der Ukraine, Gebiet Zhytomyr. Im Jahr 2018 bin ich dorthin gereist, um den Ort aufzusuchen, an dem meine deutsche Oma geboren wurde. Leider ist von dieser Siedlung nichts mehr übrig geblieben. Die Menschen, die heute in dem benachbarten Dorf namens Poljanka leben, waren so berührt von unserer Familiengeschichte, dass sie sich für die Erhaltung der Erinnerung engagieren wollten. Sie haben an diesem verlassenen und vergessenen Ort, an dem nichts mehr an das Leben von damals erinnerte, ein Kreuz aufgestellt und eine richtige Gedenkstätte eingerichtet.
Im Jahr 2019 reisten meine Freundin Ira Peter und ich sowie 20 junge Menschen aus Deutschland und Ukraine an diesen Ort und haben die Gedenkstätte im Rahmen eines Gottesdienstes eingeweiht. Gemeinsam mit unseren ukrainischen Partnern und Freunden haben wir viele tolle Projekte und Aktionen umgesetzt. 
Der Krieg in der Ukraine bricht uns das Herz. Seit den ersten Kriegsstunden halten wir Kontakt und halten uns auf dem Laufenden. Erst heute haben Mykola, mein Kontakt in Poljanka und mittlerweile ein guter Freund, und ich telefoniert. Mykola ist bereits in Rente, betreibt ein kleines Heimatmuseum im Hof, und ist auf vielen Ebenen sehr engagiert. In Poljanka sind momentan alte Menschen, Kinder, Frauen, aber auch Flüchtlinge aus Kyiv und anderen Städten der Ukraine, die schwer von den Kämpfen betroffen sind.
Wir möchten für die Menschen dort, die uns in den letzten Jahren so herzlich empfangen und so viel für die Erhaltung der deutschen Geschichte in der Region gemacht haben, etwas tun. Die kleinen Dörfer leiden momentan auch unter dem Krieg. Wir haben eine Möglichkeit gefunden, um zu helfen. 
Um hier keine Diskussionen auszulösen, gebe ich die Information gern bei direkter Kontaktaufnahme weiter. Auch eine kleine Unterstützung kann viel bewirken! Meldet euch dazu einfach bei mir!
Mit vielen Dank im Voraus! 
Eure Katharina 
PS: Ein paar schöne Bilder aus den friedlichen Zeiten in der Ukraine.




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11.03.2022: Interview mit Eppingen.org 


NICHT DER KRIEG DER RUSSEN, SONDERN PUTINS KRIEG








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